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Alle Kinder unserer Schule können das Programm nutzen.

Schlaumäuse für Grundschulen

Schulleiter Marcel Bisdorf im Interview

In der Grundschule Algermissen in Niedersachen herrscht „Mäusealarm“: Im kleinen Ort bei Hildesheim wird seit kurzem die neue Schlaumäuse-Lernsoftware eingesetzt. Schulleiter Marcel Bisdorf integrierte das Sprachprogramm, das seit November 2012 Grundschulen kostenlos zur Verfügung steht, erfolgreich in den Schulalltag.

Der Diplom-Pädagoge und Autor des Buches „Vom Kindergarten in die Grundschule – Hilfestellungen für den Übergang“, erschienen im Westermann Schulbuchverlag, engagiert sich seit Jahren für die frühkindliche Bildung. Wie die Schlaumäuse bei Kindern, Eltern und Lehrern ankommen, erklärt der Rektor in einem Interview.
Neben Kindertagesstätten können jetzt auch Grundschulen die neue Version der Schlaumäuse kostenlos nutzen. Warum setzen Sie das Lernprogramm in Ihrer Schule ein?
Die Schlaumäuse richten sich besonders an Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse sowie an Vorschulkinder. Die Software ist für uns besonders interessant, weil der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule einen Schwerpunkt unserer Arbeit darstellt. Zugleich sind wir eine Schule, die neue Medien dort einsetzt, wo sie methodisch hilfreich sind. Hier konnten wir beide Elemente zusammenführen. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch Eltern mit ihrem Kind zuhause das Programm problemlos nutzen können.

Wie integrieren Sie die Schlaumäuse in den Unterricht?
Neben der Sprachförderung in den Kitas, mit denen wir sehr eng zusammenarbeiten, setzen wir die Schlaumäuse im Unterricht vorwiegend in den ersten Klassen ein. Aber auch alle anderen Klassen haben einen Zugang, den sie oft bis zur dritten Klasse gerne nutzen. Wir haben gute Erfahrungen mit dem Einsatz von sogenannten Expertenkindern und jahrgangsgemischten Partnern gemacht. So haben sich zum Beispiel alle Drittklässler einen Partner aus der ersten Klasse gesucht und diesem die Schlaumäuse einführend erklärt. Das altersgemischte Arbeiten und voneinander Lernen funktionierte so gut, dass wir in Zukunft häufiger darauf zurückgreifen wollen.

Wie viele Grundschüler spielen gemeinsam am PC?
Grundsätzlich arbeiten die Schülerinnen und Schüler immer in Partnerarbeit an den Geräten. In offenen Arbeitsphasen gesellen sich manchmal andere Kinder dazu. Alle Kinder unserer Schule können das Programm nutzen.

Wie gefällt den Kindern das neue Programm?
Die Schülerinnen und Schüler spielen gerne und häufig mit dem Programm. Sogar die Drittklässler greifen gerne auf die Schlaumäuse in Freiarbeitsphasen zurück.

Und wie fällt die Resonanz der Lehrer aus?
Die Resonanz der Lehrkräfte zu den Schlaumäusen ist sehr positiv. Da wir die neue Version der Schlaumäuse erst seit einigen Wochen nutzen, können wir jedoch noch keine verlässlichen Aussagen zu den Lernfortschritten machen.

Wie beurteilen Sie die allgemeine Sprachentwicklung von Grundschülern?
Wir haben es in der Grundschule in der Sprachentwicklung aber auch insgesamt mit einer großen Vielfalt und Unterschiedlichkeit an Lernvoraussetzungen zu tun. Wir wollen durch individuelle Förderung unsere Schülerinnen und Schüler fit für die weitere Zukunft machen.

In einer aktuellen Vergleichsstudie aller deutschen Viertklässler wird deutlich, dass Kinder aus Zuwandererfamilien signifikant schlechtere Schulleistungen erbringen. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, und wie kann den Kindern geholfen werden?
Die institutionelle Sprachförderung setzt bereits vor der Schule in der Kita ein. Für das Lernen in Kita und Schule gilt meines Erachtens, was für jedes Kind, unabhängig von der Herkunft, gilt. Wir müssen das Kind in seinem Lernprozess begleiten und es zum richtigen Sprechen bringen. In der Sprachförderung vor der Einschulung, die die Lehrkräfte unserer Schule grundsätzlich in der Kita und in Kooperation mit den dortigen Fachkräften durchführen, setzen wir unter anderem die Schlaumäuse ein, indem wir ein Netbook in die Einrichtung mitnehmen. Viele Kinder finden das Netbook und die Software interessant und fangen an mit uns zu sprechen. Es gab aber auch schon einen Fall, bei dem dies nicht funktionierte. Erst das gemeinsame Singen und Tanzen von Lehrkraft und Kind ermöglichte ein Ins-Gespräch-kommen.

Können sprachliche Defizite, die im Grundschulalter auftreten, durch Lernprogramme wie die Schlaumäuse wieder aufgeholt werden?
Ich bin skeptisch, dass das funktioniert. Sprechen, Sprache anwenden – und dies möglichst vielfältig – dürfte aber dazu beitragen, Defizite nach und nach auszugleichen. Dabei sind auch Lernprogramme wie die Schlaumäuse eine Unterstützung.

Das neue Schlaumäuse-Programm steht auch für Eltern als Download-Version zur Verfügung. Wie wichtig ist es, dass Eltern die Sprachförderung ihrer Kinder zuhause weiterführen?
Zuallererst haben die Kinder ein großes Interesse daran, das Schlaumäuse-Programm zu Hause nutzen zu können. Hier hatten wir viele Nachfragen. Die Eltern sind meistens entsprechend froh, wenn sie eine ansprechende Software für ihre Kinder zum Lernen erhalten, die auf schulischem Lernen aufbaut. Die Sprachförderung sollte natürlich nicht auf Schule oder Kita beschränkt bleiben, sondern von zuhause unterstützt werden. Hier ist es wichtig, dass Eltern gemeinsam mit ihrem Kind ein Buch ansehen und darüber sprechen oder gemeinsam mit den Schlaumäusen lernen.

Welchen Stellenwert hat der Einsatz neuer Medien an Ihrer Schule?
Die Arbeit mit den neuen Medien steht gleichberechtigt neben allen anderen Medien, die wir zum Lernen und Lehren brauchen. Das heißt, dass wir versuchen, immer das passende Medium auszuwählen, das ein Kind zum Lernen braucht. Manchmal ist es der PC, manchmal ist ein Buch. Der wohldosierte und reflektierte Umgang mit neuen Medien ermöglicht zielgerichtetes Lernen.

Glauben Sie, dass die Schüler durch eine frühzeitige Vermittlung von Medienkompetenz einen Wissensvorsprung haben?
Nein, die frühzeitige Mediennutzung alleine reicht sicherlich nicht aus. Wenn sie aber hier von Kompetenzen sprechen, so müssen wir zugleich auf vielfältige methodische Zugänge achten. Jeder Mensch lernt unterschiedlich und hat spezielle Zugänge zum Lernen. Wir sollten dabei die neuen Medien nicht überbewerten, sie aber auch nicht außer Acht lassen.

Unterstützt die Kommune Ihre Schule bei der medienorientierten Unterrichtsgestaltung? Erhalten Sie finanzielle Hilfe für den Erwerb von Hard- und Software?
Wir haben in Algermissen das Glück, dass der Schulträger sich engagiert für seine Schulen und Bildungseinrichtungen einsetzt. Die Unterstützung mit didaktischem Material ist im Landkreis vorbildlich und schließt Hard- und Software ein.