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Die Kinder haben sich gegenseitig angeleitet, abgesprochen, Tipps gegeben und Dinge vorgemacht oder gezeigt.

Im Fokus der Wissenschaft

Studenten untersuchen Wirkung des Sprachlernprogramms

Kommunizieren Kindern miteinander, wenn sie gemeinsam vor dem Computer mit den Schlaumäusen spielen? Können ihre sprachlichen Fähigkeiten durch die Spielsituation angeregt, trainiert und sogar weiter entwickelt werden?

Diesen und anderen Fragen sind elf Studenten der Universität Erfurt nachgegangen. Im Rahmen einer Semesterarbeit besuchten die angehenden Pädagogen zahlreiche Kindertagesstätten und beobachteten dort in mehreren Sitzungen Vorschüler beim Umgang mit dem Sprachlernprogramm. Ihre gewonnenen Erkenntnisse analysierten die Studenten anschließend in einer empirischen Untersuchung.

Kommunikation verstärkt den Lernerfolg

Kilian beginnt das Spiel „Eselbrücke“ zu spielen und steht vor der Aufgabe, das Wort „Oma“ auf dem PC-Monitor zusammenzusetzen. Keine leichte Aufgabe für den Sechsjährigen. Seine gleichaltrige Mitspielerin Manuela ergreift kurzerhand die Initiative (und die Maus!) und fängt an, nach dem O zu suchen. Auch Dennis beteiligt sich am Lösungsprozess, indem er langsam und deutlich das Wort „Oma“ artikuliert. Gemeinsam schaffen es die drei Vorschulkinder schließlich, die nötigen Buchstaben herauszufinden und einzusetzen. Dieser erfolgreiche Spielverlauf ist nur einer von vielen Situationen, die Pädagogikstudenten der Universität Erfurt in ihren Semesterarbeiten aufgezeichnet haben. Eine Aufgabenstellung für die insgesamt elf teilnehmenden Studenten bestand darin, zu untersuchen, wie die Kinder während des Spielens mit den Schlaumäusen miteinander kommunizieren. Um das Sprachverhalten erheben und auswerten zu können, wurden in drei aufeinanderfolgenden Sitzungen Tonbandaufzeichnungen der Spielsituationen angefertigt und ergänzend dazu Beobachtungsprotokolle geführt.

Die angehenden Pädagogen beobachteten während ihrer Kita-Besuche zahlreiche kommunikative Fähigkeiten. In der Kategorie „Informieren, Instruieren und Erzählen“ verzeichnete eine der Studentinnen die meisten Sequenzen. „Die Kinder haben sich gegenseitig angeleitet, abgesprochen, Tipps gegeben und Dinge vorgemacht oder gezeigt.“ Auch in der Kategorie „Humor und mit Vergnügen reagieren“ beobachtete eine Seminarteilnehmerin, dass die Kinder mit großem Spaß auf die Spiele reagierten und dies auch sprachlich zum Ausdruck brachten. „Zum einen fanden sie es sehr lustig, die Reimwörter und Wortpaare, die im Spiel ‚Gutenberg‘ vorkommen, zusammenzuziehen und dadurch neue Worte zu schaffen, die häufig in ihrer Bedeutung kaum vorstellbar, aber durchaus amüsant sind. Zum anderen bereitete es ihnen auch Freude, Teile des Spieles bereits auswendig mitsprechen beziehungsweise vorhersagen zu können.“ Die Pädagogikstudentin ist davon überzeugt, dass die Schlaumäuse eine positive Auswirkung auf die Sprachfähigkeit der Kinder haben: „Wie die Ergebnisse dieser Untersuchung deutlich gezeigt haben, regt das gemeinsame Spielen mit Computerspielen die Kommunikation der Kinder an und bringt ihre Fähigkeiten zur Anwendung“, lautet das Fazit ihrer Untersuchung.

Neue Medien gehören zum Lernen dazu

In einem Punkt sind sich die Seminarteilnehmer einig: Das Lernen mit neuen Medien und vor allem das spielerische Üben von Sprachfähigkeiten ist in der heutigen Pädagogik ein wichtiges Gebot. Mit dem Schlaumäuse-Lernspiel könne nach Auffassung der Studenten der Entwicklungsprozess von Lesen und Schreiben unterstützt werden. „Das Spiel ist ein gutes Mittel, um die Kinder an die Tätigkeiten und Fähigkeiten im Lese-Rechtschreib-Bereich heranzuführen und den Umgang mit neuen Medien, hier vor allem mit dem Computer, zu erlernen. Es ist sehr gut für Kinder im Kindergarten und in der Schuleingangsphase geeignet. Die Kinder können mit Spaß und Freude ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und ausbauen“, heißt es in einer Arbeit.

In mehreren Untersuchungen wurde ebenfalls hervorgehoben, dass die Erziehungskräfte mithilfe der Übungsauswertungen die Möglichkeit haben, frühzeitig Stärken und Schwächen der Kinder zu erkennen und so zielgerichtet auf die individuellen Bedürfnisse eingehen können.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Gerd Mannhaupt, der die Test- und Einführungsphase der neuen Schlaumäuse-Version begleitete, werden sich die Studenten der Universität Erfurt auch zukünftig im Rahmen ihrer akademischen Ausbildung mit der Sprachlernsoftware beschäftigen.

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