Mit einer erfolgreichen Sprachbildung werden wichtige Grundlagen dafür gelegt, dass Kinder einen Zugang zur Welt finden.

Aileen Duchale

Frühkindliche Förderung eröffnet neue Entwicklungschancen

Aileen Duchale betreut inhaltlich und organisatorisch die Schlaumäuse-Initiative. Ihre Aufgabe ist es, Ideen und Konzepte zum Einsatz von neuen Medien in Kindertagesstätten und Grundschulen zu entwickeln.

Mit der didaktischen Aufbereitung der Sprachlernsoftware „Die Schlaumäuse – Im Land der Sprache“ und der Betreuung des Schlaumäuse-Projektbüros der Microsoft-Initiative findet diese Entwicklung ihren Höhepunkt.
Was stand bei der Überarbeitung der nunmehr dritten Version „Die Schlaumäuse – Im Land der Sprache“ didaktisch im Vordergrund?
Mit der neuen Schlaumäuse-Version erarbeiteten wir im Auftrag von Microsoft Deutschland ein praxistaugliches Lernprogramm, welches die Kinder zur selbstständigen, spielerischen Erkundung von Schrift und Sprache animiert. Dabei orientierten wir uns an einem ganzheitlichen Lernansatz, der die Lebens- und Erfahrungswelt der 5- bis 7-jährigen über die „Welt der Schlaumäuse“ widerspiegelt. Im Mittelpunkt der Konzeption des Lernangebotes stand dabei nach wie vor die altersgerechte Förderung der Sprachkompetenz von Kindern im Vorschulalter.

Welche zentralen inhaltlichen Neuheiten gibt es?
Die alten Schlaumäuse-Versionen waren bereits sehr erfolgreich. Wir haben viele Elemente vom pädagogischen Konzept übernehmen können. Unser Ziel war es aber, die gesamte Anmutung sowie das didaktische Spielkonzept zu verbessern und eine einheitliche Lernwelt zu entwickeln. Statt der Aneinanderreihung von Spielen, bietet das Land der Sprache einen spannenden Rahmen, der inhaltlich aufeinander abgestimmt ist und zu einem eigenen Universum wird. Außerdem haben wir den Mäusen Charaktere verliehen, um sie so noch lebendiger wirken zu lassen.

Im Frühjahr 2014 geht es für Sie zum dritten Mal auf bundesweite Tour, um Kitas zu besuchen, die mit den beliebten Schlaumäusen arbeiten. Welche Beobachtungen nehmen Sie mit?
Im Laufe der Zeit habe ich viele Schlaumäuse-Einrichtungen besucht und stelle immer wieder begeistert fest, mit welchem Engagement und sichtbarer Freude die Erzieherinnen und Erzieher, aber vor allem die Kinder an das Erlernen der deutschen Sprache mit den Schlaumäusen herangehen. Das Land der Sprache vereint viele verschiedene Spielorte und spricht damit ganz unterschiedliche Kompetenzen an. Das erweist sich als besonders wertvoll, denn so findet jedes Kind etwas, was ihm besonders viel Spaß macht. Es ist spannend zu sehen, wie intuitiv die Kinder mit den touchfähigen Geräten umgehen, aber auch mit welcher Neugier sie mit Silben und Wörtern experimentieren und somit im Handumdrehen das Land der Sprache für sich erobern.

Was ist beim Umgang mit den Schlaumäusen zu beachten?
Kinder im Vorschulalter haben eine Konzentrationsfähigkeit von maximal 20 Minuten. Wir wissen aus aktuellen Studien, dass 20 bis 30 Minuten am Tag vollkommen ausreichen, um ein Kind mithilfe eines computergestützten Lernprogramms zu fördern. Länger hält die Konzentrationsfähigkeit bei Vorschulkindern nicht an. Bei den Schlaumäusen wird die Motivation der Kinder durch das Sammeln von Sternen und das Füllen ihrer Erfolgsgalerie im Mäusebau über einen langen Zeitraum aufrechterhalten. Je kürzer und intensiver die Lerneinheiten, desto mehr bleibt bei den Kindern kognitiv hängen.

Was können Kitas tun, um die Sprachkompetenz von Kindern zu stärken?
Spielen, sprechen, reimen, singen und gemeinsam die Welt (der Sprache) erschließen. Sprachentwicklung findet im gemeinsamen Tun und in der Auseinandersetzung damit statt. Die beste Sprachförderung ist, viel mit den Kindern zu sprechen. Das fängt bereits in der Säuglingserziehung an. Der sprachliche Input muss deshalb auch in den Kitas so hoch wie möglich sein. Die Schlaumäuse können dort sehr hilfreich eingesetzt werden, um in ausgewählten Bereichen die Sprachentwicklung zu unterstützen.

Was ist Ihr Schlaumäuse-Lieblingsspiel?
Der Wörtersee, weil man dort eindrucksvoll sieht, wie Sprache funktioniert. Wenn man nur einen Buchstaben verändert, verändert sich die ganze Bedeutung des Wortes. Aus einem Tisch wird ein Fisch oder aus einer Rose wird eine Dose. Der Wörterwichtel nimmt einen Buchstaben weg und schon ist der See kein idyllischer Ort mehr, in dem ein Fisch schwimmt, sondern da treibt dann plötzlich ein alter Tisch. Das finde ich schön, weil es so nachvollziehbar ist und bildhaft die sprachförderliche Aufgabe beschreibt.

Welche weiteren Schlaumäuse-Aktivitäten sind geplant?
Von Veranstaltungen mit unseren Schlaumäusen in XXL-Größe bei Vorlesereihen mit der Stiftung Lesen oder sonntäglichen Familientagen und Kinderfesten über die Verleihung des Deutschen Schlaumäuse-Preises 2014 bis hin zu Fortbildungen für Kitas und Grundschulen wie dem ersten Schlaumäuse-Fachtag oder der Online-Schulung – 2014 ist wieder viel geplant. Auch die Entwicklung der Schlaumäuse-Software wird nicht still stehen und so planen wir für unsere beiden Mäuse kleinere Renovierungen und größere Überraschungen.