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Wir müssen uns anstrengen!

Donnerstag, 8 Februar, 2018
Stefanie Hoffmann
Aktuelles
Diese Zahlen stimmen frostig: Laut der der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) 2016, die am 5. Dezember 2017 in Berlin vorgestellt wurde, haben sich die Leseleistungen der Viertklässler hierzulande in den letzten Jahren nicht verbessert. In der Rangliste rutschte Deutschland im internationalen Vergleich jetzt sogar in das untere Mittelfeld ab.

Jedes fünfte Grundschulkind in Deutschland hat große Schwierigkeiten beim Lesen. Das ist das Ergebnis der jüngsten IGLU-Studie. Ein trauriger Befund. Denn seit der ersten IGLU-Untersuchung, die 2001 durchgeführt wurde, hat sich die Leseleistung in allen 16 Bundesländern nicht verbessert.
Während 2001 die knapp 4.300 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler in Deutschland auf der Gesamtskala „Lesen“ 539 Punkte erzielten, waren es 2016 nur noch 537 Punkte. Damit haben die Kinder zwar einen ähnlichen Punktestand erreicht, aber ihre Leistungen in den vergangenen 15 Jahren auch nicht

verbessert. In den Vergleichsländern dagegen haben sich die Leistungsmittelwerte signifikant erhöht. Die Folge: Erzielten 2001 Schulkinder aus vier Ländern bessere Ergebnisse als die getesteten Kinder aus Deutschland, so sind es jetzt sogar Kinder aus 20 Ländern, die ihre Leistungen deutlich verbessern konnten!

Soziale Schere und ihre Auswirkungen
Die Schere zwischen den guten und schlechten Lesekindern wird immer größer. Zwar stieg der Anteil der leistungsstarken Grundschüler in Deutschland, die die höchste Kompetenzstufe V erreichten von 8,6 Prozent im Jahr 2001 jetzt auf 11,1 Prozent. Dafür erreichte im vergangenen Jahr knapp ein Fünftel der Mädchen und Jungen nicht einmal die mittlere Kompetenzstufe III. Die Studienexperten warnen deshalb in ihrer Auswertung: „Es ist davon auszugehen, dass die Schulkinder mit erheblichen Schwierigkeiten beim Lernen in allen Fächern in der Sekundarstufe I konfrontiert sein werden.

“ Die Krux ist: Der Leseleistungsunterschied hängt maßgeblich vom sozialen Stand eines Kindes ab. So beträgt der Leseleistungsvorsprung von Kindern aus Haushalten mit mehr als 100 Büchern im Regal gegenüber den Haushalten mit wenig Lesestoff mehr als ein ganzes Schuljahr.

Von vielen Ländern abgehängt
„Die Ergebnisse bestätigen tendenziell das, was wir aus dem im Oktober 2017 veröffentlichten IQB-Bildungstrend 2016 bereits wissen“, erklärt Dr. Susanne Eisermann, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg. „Die zunehmend heterogene Schülerschaft stellt die Grundschulen in Deutschland vor große Herausforderungen. Der internationale Vergleich zeigt, dass es einer Reihe von Staaten im Grundschulbereich besser gelingt, die Leseleistungen zu verbessern. Diesen Fortschritt gilt es zu analysieren."

Bildungspolitische Folgerungen
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen ein weiteres Mal die Bedeutung von Maßnahmen der Sprachförderung, die im schulischen und vorschulischen Bereich weiter zu intensivieren sind. Lesen, so fordern die Bildungsverantwortlichen, muss als Querschnittsaufgabe aller Schulfächer - auch noch in der Sekundarstufe I - verstanden werden.

Schlaumäuse-Leselampe nutzen
Das bedeutet ebenfalls: Je früher mit der Leseförderung begonnen wird, desto einfacher haben es die Kinder in der Schule. Mit der Schlaumäuse-App können Erziehungskräfte und Eltern Kinder frühzeitig an das Lesen heranführen und sie spielend für Wort und Schrift begeistern. Vor allem auch für Eltern, die heutzutage den Computer einem Buch vorziehen, stehen im Bereich „Unter der Leselampe“ pädagogisch wertvoll aufbereitete Vorlesegeschichten zur Verfügung. Der Clou daran: Die Vorlesgeschichten können durch anschließende „Mitmachspiele“ von den Kindern aktiv weiterentwickelt werden. All das macht Sprache lebendig und weckt die eigene Leselust!

Weiterführende Informationen

nternationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) 2016