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Die Schlaumäuse

Freitag, 15 Juni, 2018
Catrin Krawinkel
Interview
Auf einer Veranstaltung des Paritätischen Wohlfahrtverbandes im Mai 2018 erhielt die CVJM Kita aus Wuppertal Oberbarmen ein Tablet mit der Schlaumäuse-App. Welche Vorteile digitale Spiele bei der Sprachvermittlung haben, erfahren Sie hier.

Erst im April dieses Jahres schloss der Paritätische Wohlfahrtsverband mit der Schlaumäuse-Initiative eine Kooperation ab. Das Ziel: Noch mehr Kinder im Grund- und Vorschulalter beim Spracherwerb und im Umgang mit digitalen Medien zu unterstützen. Der Fokus liegt dabei besonders auf rund 6.000 Kinder mit Migrations- und Fluchthintergrund, die über diese Zusammenarbeit erreicht werden sollen.
Eines der 60 Schlaumäuse-Pakete mit Tablet und Lern-App nahm die CVJM-Kita Oberbarmen aus Wuppertal im Mai entgegen.

Für die pädagogische Leitung Eva Grapentin und die stellvertretende Kitaleitung Ann-Kathrin Krefting ist das digitaleWörterland kein unbekanntes Lernziel. Was sie sich vom Einsatz der Schlaumäuse in ihrer Kita versprechen, die von 54 Kindern, von denen 39 einen Migrationshintergrund haben, erzählen sie im Interview.

In welchem sozialen Umfeld ist Ihre Kita angesiedelt?
Die CVJM Kita in Wuppertal Oberbarmen wurde im März 2017 erst eröffnet. Der Stadtteil ist geprägt von einem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund und überdurchschnittlich vielen sozial benachteiligten Familien.

Wie schätzen Sie den Sprachstand Ihrer Kinder ein?
Viele Kinder konnten sich schon nach einigen Monaten gut verständigen. Die Kinder, die im August 2017 neu in die Kita kamen, haben schneller Deutsch gelernt, denn sie profitierten von den Kindern, die schon ein paar Monate zuvor in die Kita gekommen waren.

Wie fördern Sie Sprache im Kita-Alltag?
Die Sprachförderung ist täglich und bewusst in unseren Kindergartenalltag integriert und findet für alle Kinder auf vielfältige Art und Weise statt: Durch Fingerspiele, Lieder, Geschichten, Rollenspiele und Bilderbücher aber auch durch Projekte und Ausflüge.

Wir bemühen uns um handlungsbegleitendes Sprechen, d.h., dass wir die Handlungen des Kindes, aber auch unsere eigenen, verbal begleiten. Wir unterstützen unsere Sprache durch Mimik und Gestik, stellen Fragen, um die Kinder anzuregen, in Zukunft und Vergangenheit zu schauen und sprechen über Erzähltes und Gelesenes. Unsere Aussagen sollen so konkret wie möglich sein, um die Kinder nicht zu verunsichern.

Woran liegt es, dass sich manche Kinder mit Spracherwerb leicht tun, andere nicht?
Wenn die Eltern den Kindern ihre Muttersprache vermitteln können, dann lernen die Kinder Deutsch als Zweitsprache schneller.

Wie unterstützen Sie besonders die Kinder, die Sprachschwierigkeiten haben?
Für Kinder mit erhöhtem Sprachförderbedarf findet zweimal wöchentlich ein entsprechendes Angebot mit einer Sprachlehrerin statt, um sie bei ihrem Spracherwerb zu unterstützen und zu fördern.

Welche Sprachspiele spielen Sie?
Wir spielen z.B. „Ich sehe was, was du nicht siehst” und singen Lieder wie Aramsamsam, Löwenjagd, Weltrraummaus, Sei mutig und Stark. Hinzu kommen Kreisspiele wie Schornsteinfeger, Dornrößchen, Schmetterling, du kleines Ding.

Wie ist Ihre Kita digital aufgestellt?
Wir verfügen über Kameras, CD-Player, Schlaumäusetablet und Computer für die Mitarbeiter.

Haben Ihre Kinder bereits Spielerfahrungen am Tablet gemacht?
Die Vorschulkinder haben bereits erste Erfahrungen mit den Schlaumäusetablet sammeln können. Welche Erfahrungen die Kinder zuhause gemacht haben, erfahren wir durch Erzählungen.

Wie haben Sie von den Schlaumäusen erfahren?
Ann-Kathrin Krefting: Ich kannte das Spiel bereits aus meiner vorherigen Kita. Mich haben das Konzept und die Spiele überzeugt. Digitale Spiele haben den Vorteil, dass sie die Kinder motivieren, sich auch längere Zeit spielerisch mit Sprache auseinanderzusetzen.

Was haben Sie noch beobachten können?
Ann-Kathrin Krefting: Die Kinder sind sicherer im Umgang mit dem Tablet geworden und konnten ihre Sprachkenntnisse festigen und erweitern.

Was gefällt Ihnen an dem Spiel?
Durch die einfache Bedienbarkeit und die unterschiedlich angebotenen Schwierigkeitsgrade können die Kinder selbstständig mit den meisten Spielen arbeiten.

Wie werden Sie die Schlaumäuse im Alltag einsetzen?
Mit den Kindern wurden gemeinsam Regeln vereinbart. Jedes Vorschulkind darf jeweils 20 Minuten mit den Schlaumäusen spielen, gemeinsam mit einem anderen Kind, das es bestimmt.

Was versprechen Sie sich vom Einsatz der Schlaumäuse?
Wir denken, dass der Umgang mit den Schlaumäusen die Sprach- und Medienkompetenz fördern wird.