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Auf den richtigen Umgang sollten sie nicht nur zu Hause, sondern auch in der Kita vorbereitet werden.

Kita Abenteuerland

Medienwelten sind Lebenswelten – auch für Kinder

Vom Fernseher über den Computer bis hin zum Smartphone – Kinder kommen heutzutage immer früher mit neuen Medien in Kontakt. „Auf den richtigen Umgang sollten sie nicht nur zu Hause, sondern auch in der Kita vorbereitet werden”, sagt Torsten Strauch. Der Erzieher arbeitet in der Integrations-Kindertagesstätte Abenteuerland in Dresden-Reick, die seit 2004 das Schlaumäuse-Sprachlernprogramm erfolgreich in den Kita-Alltag integriert.

Während einer festgelegten Schlaumäuse-Zeit haben alle Kinder im Haus die Möglichkeit, das Programm auf fest installierten Computern sowie auf einem Tablet-PC zu nutzen. Für welche Geräte sich die Kinder lieber entscheiden und warum ein Tablet-PC für manche Kinder geeigneter in der Anwendung sein kann, erklärt Torsten Strauch in einem Interview.
Warum ist in der Kita Abenteuerland der Umgang mit dem Computer ein fester Bestandteil der frühkindlichen Erziehung?
Im Laufe der Zeit haben meine Kollegen und ich festgestellt, dass moderne Technologien eine immer größere Bedeutung in den Elternhäusern haben. Unser Lernangebot orientiert sich daher an der Lebenswelt der Kinder. Sei es das Smartphone oder der Computer der Eltern: Die Kinder wachsen ganz selbstverständlich damit auf. Auch der Umgang mit den elektronischen Geräten beginnt zunehmend früher. Neue Medien gehören mittlerweile zur Sozialisation von Kindern.

Sie bieten den Kindern den Umgang mit fest installierten Computern und einem mobilen Gerät, einem Tablet-PC, an. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Als Ergänzung zu den fest installierten Computern war die Anschaffung eines Tablet-PCs eine ganz bewusste Entscheidung. Als Erzieher ist es uns sehr wichtig, den Kindern aufzuzeigen, welche vielfältigen Arten von Geräten es gibt, wie man diese bedient und was mit deren Hilfe alles möglich ist. Vor allem der Einsatz von Tablet-PCs nimmt immer weiter zu – dieser Entwicklung wollten wir uns als Kita nicht verschließen.

Wie setzen Sie den Tablet-PC ein?
Die Kinder haben die Wahl zwischen fest installierten Computern und dem Tablet-PC. Sie entscheiden selbstständig, welches Gerät sie zum Spielen mit den Schlaumäusen einsetzen möchten. Der Tablet-PC eröffnet den Kindern eine neue Erfahrungswelt, denn sie brauchen dabei nicht die Maus zu bedienen, sondern steuern das Programm direkt mit den Fingern am Bildschirm.

Welche Gerätevariante bevorzugen die Kinder?
Der Umgang mit dem Tablet-PC ist neu für die Kinder, und wir beobachten, dass sie eine gewisse Hemmschwelle haben, diesen zu benutzen. Wir versuchen aber, die Kinder zu motivieren. Dann finden sie in der Regel schnell Gefallen daran. Das Spielen in der neuen Schlaumäuse-Welt macht sie neugierig und motiviert sie zugleich, die ungewohnte Technik auszuprobieren. Die anfänglichen Berührungsängste werden daher immer weniger.

Wie reagieren die Kinder auf den Touchscreen? Welchen Mehrwert haben sie dadurch?
Die Kinder sind mit dem Touchscreen noch sehr zurückhaltend. Wir hatten erwartet, dass sie es aktiv nutzen würden. Aber das ist im Moment noch nicht der Fall. Ein großer Mehrwert ist es auf jeden Fall, dass sich das Kind nicht auf eine Augen-Handkoordination fokussieren muss. Beim Einsatz einer Maus ist es dagegen schwieriger. Denn die Hand ist an einer anderen Stelle und steuert das, was auf dem Monitor zu sehen ist. Es gibt Kinder, die damit Schwierigkeiten haben. Für sie ist ein Tablet-PC genau richtig, weil sie sich mithilfe der Touchscreen-Steuerung auf das eigentliche Spiel konzentrieren können.

Was sagen die Eltern zum Einsatz der modernen Medien?
Es gibt für die Kinder eine feste Schlaumäuse-Zeit am Tag. Der Einsatz der neuen Medien ist also nur eine Ergänzung zur realen Spiel- und Erlebniswelt der Kinder. Um den Eltern mögliche Ängste zu nehmen und um ihnen zu zeigen, wie ihr Kind vor dem Computer spielt und lernt, haben wir beispielsweise kürzlich eine Eltern-Kind-LAN-Party veranstaltet. Dafür haben wir mehrere Computer zusammengeschlossen und ein Netzwerkspiel gespielt - erst die Kinder, dann die Eltern. Auf diese Weise möchten wir zu Gesprächen zur Computernutzung anregen.

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