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Die Lernsoftware verbindet einen spielerischen Anreiz mit gezielter Sprachförderung.

Alle Kinder lernen lesen!

Gemeinsam lernen an der Grundschule Alter Teichweg in Hamburg

Gemeinsam sind sie stark: An der Grundschule Alter Teichweg in Hamburg lernen Mädchen und Jungen mit und ohne Behinderung zusammen. Beim Erwerb von Schrift und Sprache werden zahlreiche Kinder erfolgreich von den Schlaumäusen unterstützt. Einem „sprachlosen“ Jungen konnten Lette und Lingo sogar die ersten Worte entlocken.

„Nein, nicht Schwein. Nein, nicht Schwein!“, ruft der kleine Demir (Name von der Redaktion geändert) immer wieder und blickt dabei auf ein Zebra, das auf dem Computerbildschirm zu sehen ist. Petra Dahlmann, die mit einem Kopfhörer neben dem Erstklässler sitzt und seinen virtuellen Ausflug in das Wörterland der Schlaumäuse begleitet, kann sich ein Lachen nicht verkneifen. „Als Demir im letzten Sommer eingeschult wurde, hat er kein einziges Wort deutsch gesprochen“, erinnert sich die Lehrerin.
„Er ist zwar in Deutschland geboren, aber seine Eltern und die übrigen Familienmitglieder haben bis zur Einschulung nur türkisch mit ihm geredet. In einen Kindergarten ist er nie gegangen“, berichtet Petra Dahlmann weiter. Trotz der fehlenden Deutschkenntnisse und einer geistigen Behinderung wird Demir genau wie seine Mitschüler nach seinen individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten gefordert und gefördert. Das Miteinander ist in den Klassen eine Selbstverständlichkeit. Die Grundschule Alter Teichweg, die in einem sozialen Brennpunkt von Hamburg liegt, lebt Inklusion bereits seit 25 Jahren – lange, bevor der Begriff überhaupt Eingang in die fachwissenschaftliche Diskussion gefunden hatte.

Viele Schüler haben einen hohen Sprachförderbedarf
Ob „normal“ entwickelt, ob geistig oder körperlich behindert, ob mit Problemen im Sozialverhalten oder mit anderen Einschränkungen in der persönlichen Lernfähigkeit – die Grundschule Alter Teichweg ist eine Schule für alle Kinder. Zwei Lehrkräfte sowie ein Erzieher kümmern sich jeweils um eine Klasse, die 17 bis 19 Schüler umfasst. Eine Herausforderung für die Lehrer und Pädagogen, denn ein Teil der Kinder hat nicht nur körperliche oder geistige Beeinträchtigungen, sie repräsentieren auch fast 30 verschiedene Nationalitäten. „Wir haben sehr viele Schüler, die mit nur ganz wenig oder überhaupt keinen Deutschkenntnissen zu uns kommen und deshalb einen hohen Sprachförderbedarf haben“, sagt Petra Dahlmann, die sich als Sonderschullehrerin auf den Bereich des Schrift- und Spracherwerbs spezialisiert hat.

Schlaumäuse motivieren Kinder, sich aktiv mit Sprache zu beschäftigen
Alle Kinder können lesen lernen, davon ist die zweifache Mutter fest überzeugt. Es braucht nur Zeit, Geduld und eine geeignete Lernmethode. Das Schlaumäuse-Programm unterstützt Petra Dahlmann in ihrer Arbeit. Regelmäßig motiviert sie die sprachschwachen Kinder, mit den wortgewandten Mäusen zu spielen. „Ich finde es sehr schön, dass das Programm sofort positive Rückmeldungen gibt, aber auch deutlich sagt, was nicht richtig ist.“ Im Gegensatz zu anderen computergestützten Lernprogrammen haben die Schlaumäuse einen entscheidenden Vorteil: Die Laute werden richtig ausgesprochen. „Das ist bei anderen akustischen Programmen oft nicht der Fall. Durch die falsche Aussprache der Laute wird es den Kindern schwer gemacht, richtig lesen und schreiben zu lernen“, betont die Pädagogin.

Die Kinder haben endlich Erfolgserlebnisse
Mithilfe der Schlaumäuse gelingt es der engagierten Lehrerin, selbst Kinder wie Demir zu erreichen, der aufgrund seiner nicht vorhandenen Sprachkenntnisse jegliche Kommunikation verweigert. „Es ist toll zu sehen, wie er auf das Spiel reagiert und anfängt, mit dem Computer zu sprechen. Der zweite Schritt wird sein, dass ich ein anderes Kind dazusetze und das Duo gemeinsam die Aufgaben löst und gleichzeitig sprachlich in Kontakt tritt.“
Auch einer weiteren Schülerin haben Lette und Lingo Mut gemacht. Das Mädchen, das wahrscheinlich unter einer Lese-Rechtschreibschwäche leidet, hatte bereits jegliche Lust am Schreiben verloren. „Die Schlaumäuse ermöglichen ihr viele Erfolgserlebnisse, die ganz wichtig für sie sind. Inzwischen möchte sie am liebsten jeden Tag mit dem Programm arbeiten“, freut sich Petra Dahlmann.

Motorischen Fähigkeiten werden am Computer gestärkt
Doch nicht nur der Spracherwerb wird mit den Schlaumäuse-Spielen geschult, auch die motorischen Fähigkeiten können gestärkt werden. So wie bei einer körperbehinderten Schülerin, die aufgrund einer spastischen Erkrankung und einer Halbseitenlähmung motorisch stark eingeschränkt ist. Weil es ihr leichter fällt, führt sie alle Bewegungen automatisch mit der linken Hand aus. Sie könnte das auch mit der rechten Hand, aber das muss die 9-Jährige immer wieder trainieren. „Die Übungen müssen sehr attraktiv sein, damit sie Spaß daran hat. Irgendwelche langweiligen Sachen funktionieren nicht, weil sie dann sofort merken würde, dass die rechte Hand das nicht gut kann“, berichtet Petra Dahlmann. Die Schlaumäuse stehen der Schülerin, die sprachlich fit ist, anspornend zur Seite. Ihr Lieblingsspiel ist „Der Redefluss“. Immer wieder hilft sie Lette und Lingo, Ordnung in den verwüsteten Mäusebau zu bringen und sortiert Kleidungsstücke nach den gesprochenen Anweisungen an den richtigen Platz. Eine Aufgabe, die das Mädchen, mit der rechten Hand mit links meistert.

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