Die Sprachförderung durch die Schlaumäuse sorgt für Chancengleichheit.

Henrik Tesch

Schlaumäuse trafen einen Nerv

Microsoft engagiert sich - Im Gespräch mit Henrik Tesch, Direktor Politik und Gesellschaftliches Engagement, Microsoft Deutschland.

Die neue Version der Schlaumäuse Software wird im Herbst zur Verfügung stehen. Wir fragen nach den Hintergründen der Weiterentwicklung und warum Microsoft sich bereits seit 9 Jahren im Bereich der Sprachförderung engagiert.
Welches waren die Gründe, die Initiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ überhaupt zu starten?
Gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen gehört zu den Fundamenten der Microsoft Unternehmenskultur – und das seit vielen Jahrzehnten. Im Mittelpunkt unseres Engagements stehen dabei Themen, die zur Stärkung der Gesellschaft beitragen und mit denen sich Microsoft identifiziert. Eine Schlüsselrolle für den persönlichen Bildungsweg nimmt die Sprache ein. Je früher ein Mensch die Sprache des Landes beherrscht, in dem er lebt, desto mehr Chancen tun sich ihm auf. Von daher haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, wie man Sprache mit Hilfe des Mediums Computer sinnvoll fördern könnte. Von Experten der Technischen Universität Berlin ließen wir die erste Schlaumäuse-Version entwickeln. Mit Unterstützung des Bundes-familienministeriums wurde die Software in einer Testphase an 200 Kitas in sozialen Brennpunkten verteilt. Besonders Kinder aus Familien mit anderen Muttersprachen sollten durch die Schlaumäuse einen spielerischen Zugang zur deutschen Sprache erhalten. Das war vor neun Jahren.

War die Initiative von Anfang an auf so eine lange Laufzeit ausgerichtet?
Die sechsmonatige Pilotphase verlief außerordentlich positiv. Das belegte eine anschließend erstellte wissenschaftliche Begleitstudie. Nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund, sondern auch deutsche Kinder aus bildungsfernen Familien profitierten vom Umgang mit den Schlaumäusen. Das gab für Microsoft den Ausschlag, das Thema „frühkindliche Sprachförderung“ konsequent weiter zu unterstützen
Hätten Sie damals vermutet, dass das Lernprogramm so erfolgreich werden würde?
Im Jahr 2003 waren wir unserer Zeit schon etwas voraus und haben aus heutiger Sicht mit dem Thema „Frühkindliche Sprachförderung in Kitas“ einen Nerv getroffen. Mittlerweile hat sich das Bewusstsein durchgesetzt, dass frühkindliche Bildung, insbesondere die gezielte Förderung der Sprachkompetenz, im Kindergarten fest verankert sein muss.

Gemeinsam mit Partnern gelang uns die Ausarbeitung eines Konzeptes, das Kindergärten gezielt und praxisorientiert in ihrem Bildungsauftrag unterstützt. Wie weitere Evaluationen ergaben, fördern die Schlaumäuse neben der Sprachfähigkeit auch den sinnvollen Umgang mit dem Computer, die sozialen Kompetenzen und steigern die Konzentrationsfähigkeit Somit erleichtern die Schlaumäuse den Kindern den Einstieg in die Schule und schaffen dort Chancen, wo sie dringend gebraucht werden.

Heute nehmen bereits 6.500 Kitas an der Initiative teil. Diese hohe Akzeptanz war zum Start des Programms nicht absehbar. Umso mehr freuen wir uns, dass wir nun in die dritte Runde der Weiterentwicklung der Software gehen.

Was motiviert Microsoft, die Schlaumäuse immer wieder zu ‚erneuern’?
Die Vorteile des Lernprogramms werden von Erzieherinnen und Erziehern, Schlaumäuse-Paten und Partnern an andere Kitas weitergetragen. Dadurch steigt die Teilnehmerzahl regelmäßig an, was uns natürlich weiter antreibt. Denn es bestätigt, dass die Kitas ihre Sprachförderkonzepte mit den Schlaumäusen als wertvollen Baustein anreichern und die Software aktiv nutzen. Darüber hinaus eröffnen sich durch neue Technologien immer mehr Möglichkeiten, Wissen noch kindgerechter zu vermitteln. Innovationen wie zum Beispiel intuitivere Bedienungsmöglichkeiten lassen wir jetzt in die neue Version einfließen.

Für Microsoft als Arbeitgeber ist ein hohes Bildungsniveau am Wirtschaftsstandort Deutschland von großer Bedeutung, von daher wird sich Microsoft auch weiterhin für gute Bildungschancen in Deutschland engagieren. Gleichzeitig hoffen wir darauf, auch andere Unternehmen und Institutionen für Sprach- und Medienkompetenzförderung zu interessieren.

Mit welchen Innovationen warten die neuen Schlaumäuse auf?
Die neue Version wird in Zukunft statt auf CD als Download verfügbar gemacht. Dadurch entfallen Wartezeiten und Programm-Aktualisierungen sind in kürzeren Intervallen möglich und können mit wenig Aufwand zur Verfügung gestellt werden.

Besonders freuen wir uns, dass zukünftig auch Schulen und Nachmittagseinrichtungen an der Initiative teilnehmen können. Damit tragen wir ein Stück mehr dazu bei, den Übergang vom Kindergarten in die Schule zu erleichtern. Sogar interessierte Eltern können über Einrichtungen, die die neue Version nutzen, einen Zugangscode für eine Online Version für zu Hause erhalten. Auch hierdurch wird ein Anknüpfungspunkt für die Zusammenarbeit von Kita, Schule und Elternhaus geschaffen.

Ein zweiter Aspekt sind die neuen Technologien. So wird die neue Welt der Schlaumäuse über ein Internetportal von überall abrufbar sein. Und natürlich wird die neue Schlaumäuse-Version durch den Einsatz von Windows 8 noch intuitiver zu nutzen sein.

Sie haben viele Kitas besucht und Kinder beim Spielen damit beobachtet. Welche Eindrücke haben Sie dabei gesammelt?
Die Schlaumäuse entführen die Kinder in eine fröhlich-bunte Welt mit animierten Lernspielen. Diese kindgerechte Welt weckt ihre Neugierde. Ohne dass die Kinder es bewusst wahrnehmen, werden sie zum selbstständigen Arbeiten angeregt. Sie lernen in einer „Ich will“- statt in einer „Ich muss“-Situation, wodurch sich ihre Motivation wesentlich erhöht. Meistens sitzen die Kinder in einem kleinen Team vor dem PC und haben sichtlichen Spaß beim „Entdecken von Sprache“. Dabei spornen sie sich gegenseitig an und freuen sich über die Erfolge anderer. Als Außenstehender ist es immer wieder erstaunlich, wie schnell und sicher die Kleinen mit der Technik umgehen können.

Vom Schlaumäuse-Beirat bis zum Facebook-Auftritt – plant Microsoft weitere Schlaumäuse-Aktivitäten?
Ein wichtiges Element der Schlaumäuse-Initiative ist die Einbeziehung von Partnern und lokalen Förderern, die die Bildungseinrichtungen vor Ort gezielt im Alltagsbetrieb unterstützen. Dieses lokale Förderernetzwerk soll weiter ausgebaut werden, damit möglichst viele Einrichtungen von den Schlaumäusen profitieren können.

Ein tolles Beispiel der Zusammenarbeit läuft jetzt in der Testphase an, bei der in einigen ausgewählten Kitas die neue Version auf Herz und Nieren geprüft wird. Wir freuen uns als Unterstützer dieses wichtigen Meilensteins, die Firma Lenovo gewonnen zu haben. Lenovo spendet top-aktuelle Laptops zur Nutzung der Testversion und die Kitas dürfen sich darüber freuen, dass sie die Geräte nach Abschluss der Testphase behalten dürfen.