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Verführen Computer Kinder zum sinnlosen Spielen? Leidet die emotionale Intelligenz durch den Einsatz neuer Medien?

Wahr oder falsch?

Neun Experten-Antworten, die Sie kennen sollten!

Verführen Computer Kinder zum sinnlosen Spielen? Leidet die emotionale Intelligenz durch den Einsatz neuer Medien? Sind reale Erfahrungen in der Kindheit wichtiger als virtuelle?

Lesen Sie, was Dr. Stefan Aufenanger, Professor des Instituts für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, dazu meint.

Mythos 1:

Die emotionale Entwicklung der Kinder wird durch den Einsatz von Computern im Kindergarten beeinträchtigt.
Nein, so einfach ist das nicht. Es kommt darauf, wie Medien im Kindergarten eingesetzt werden. Das Angebot dort ist vielfältig und da spielen andere Dinge eine größere Rolle. Die pädagogische Begleitung ist immer wichtig!

Mythos 2:

Kinder sollen lieber direkte Erfahrungen machen als virtuelle.
Natürlich sind direkte Erfahrungen wichtig und sollten im Mittelpunkt des Aufwachsens von Kindern stehen. Virtuelle Erfahrungen können aber die realen Erfahrungen ergänzen und erweitern. Die Mischung macht es!

Mythos 3:

Sobald Kinder vor dem Computer sitzen, kann man sie nicht mehr davon „loseisen“.
Es kommt darauf an, welche Alternativen man ihnen bietet. Wer nur sagt „macht mal was anderes“ lockt kein Kind vom Computer. Wer aber bereit ist, mit ihnen zu spielen oder engagiert Alternativen zu bieten, kann auf jeden Fall gegen den Computer punkten.

Mythos 4:

Der Computer verführt Kinder zum sinnlosen Spielen.
Spielen an sich ist nie sinnlos, sondern hat eine wichtige Bedeutung. Computerspiele verführen natürlich, sie ziehen einen in eine Welt hinein, übrigens gilt dies auch für Erwachsene. Sinnlos wird das Spielen nur dann, wenn keine anderen Angebote gemacht werden und Erwachsene nicht einschreiten beziehungsweise keine Grenzen setzen.

Mythos 5:

Kinder sitzen lieber alleine vor dem Rechner, als miteinander damit zu spielen.
Nein, das Gegenteil ist meist der Fall. Kinder kooperieren sehr gut miteinander am Computer. Wer alleine vor dem Computer sitzen bleibt und nicht mit anderen spielt, hat eher soziale Probleme, die pädagogisch angegangen werden müssen.

Mythos 6:

Die Bedienung und der Umgang mit neuen Medien sind für Kinder zu komplex und nur mühsam zu erlernen.
Nichts kommt den Umgangsweisen von Kindern mit digitalen Medien näher als die Touchscreens, die mit der Gestenkommunikation arbeiten. Auch die Betriebssysteme der Smartphones und der Tablets sind so einfach mit ihren Apps, dass sogar ganz junge Kinder problemlos damit umgehen können.

Mythos 7:

Durch die Computernutzung kann die Technikbegeisterung und -faszination von Kindern ausgeprägt und gefördert werden.
Kinder unterscheiden komplett zwischen der Mediennutzung zum Spaß und zum Lernen. Je nachdem, welche Bedeutung ein Computer für sie bekommt, können diese nur funktional zur Kommunikation oder Informationsbeschaffung gesehen werden, oder sie sind ein interessantes Objekt, das man erkunden möchte. Letzteres kann förderlich für das Verständnis von technischen Zusammenhängen sein.

Mythos 8:

Sprachlernprogramme, wie die "Schlaumäuse", animieren Kinder, sich spielerisch mit der deutschen Sprache zu beschäftigen.
Das stimmt. Gute Software weckt das Interesse an Sprache und gute pädagogische Begleitung kann sprachfördernd wirken.

Mythos 9:

Neue und klassische Medien schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.
Sprache ist die Grundlage von Bildung und alles, was die Sprachfähigkeiten von Kindern fördert, egal ob alte oder neue Medien, trägt zu deren Bildung und damit zu ihrer Zukunft bei. Wer gut lesen kann und Geschichten versteht, der kann sich auch in den neuen digitalen Medien zurechtfinden. Bücher und Computer oder das Internet schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich ausgezeichnet, wenn sie interessierende und motivierende Angebote enthalten.

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