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Es macht Sinn, schon bei Vierjährigen den Sprachstand zu prüfen und gezielt zu fördern.

Studie zur Sprachförderung

Zusatzprogramme erhöhen Erfolg bei Sprachförderung

Mit der umfassenden Studie „Sprachförderung im Elementarbereich“ wurden in Essen Daten zur Sprachstandsentwicklung von Kindern ausgewertet und eine Befragung von Kindertageseinrichtungen durchgeführt.

So sollte ermittelt werden, welche Faktoren eine erfolgreiche Sprachförderung in der Kita begünstigen. Insgesamt wurden 241 Kindertageseinrichtungen in die Analyse einbezogen. Dank der außergewöhnlich hohen Rücklaufquote von 86,7 Prozent konnte die Universität Duisburg-Essen erstaunliche Ergebnisse zusammentragen, die Dr. Sybille Stöbe-Blossey, Leiterin der Forschungsabteilung „Bildung und Erziehung im Strukturwandel“(BEST) am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, hier erläutert.
Wie haben Sie den Erfolg der Sprachförderung in den Kitas gemessen?
Gemessen wurden die Unterschiede im Anteil von Kindern mit Problemen in der Sprachentwicklung jeweils zu Beginn und zum Ende der Kitazeit. Je größer der Unterschied zwischen beiden Zeitpunkten, desto größer der Erfolg in der Sprachförderung in der Kita. Dabei stellten wir außerdem fest, dass das soziale Umfeld eines Kindes die Sprachkompetenz stärker beeinflusst als ein Migrationshintergrund und die Familiensprache.

Heißt das, das Kitas in sozialen Brennpunkten schlechtere Ergebnisse bei der Sprachförderung erreichen?
Nein. In allen sozialen Gruppen gibt es Kitas mit guten und schlechten Ergebnissen. Auffällig ist, dass vielfach in Kitas mit einem hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund gute Sprachförderentwicklungen erzielt wurden.

Wie erklären Sie das?
Wir haben festgestellt, dass vor allem die Kitas, die nicht allein auf die übliche alltagsintegrierte Sprachförderung setzen, sondern gezielt Zusatzprogramme anbieten, gute Ergebnisse erreichten. Vor allem, wenn bewusst im Team über Sprachförderkonzepte und Möglichkeiten gesprochen wurde, wirkte sich dies positiv auf die Sprachstandsentwicklung der Kinder aus. Auch Kitas, die Wert auf Teamfortbildungen legten, erzielten bessere Ergebnisse.

Welche Programme haben besonders günstige Effekte auf die Kinder?
Das können wir nicht beantworten. Es gibt keinen Königsweg in der Sprachförderung. Es kommt vielmehr darauf an, wie Kitas zusätzliche Förderstrategien und Programme in ihren Kitaalltag einbauen und nutzen und sich mit Sprachförderung auseinandersetzen. Ich glaube, dass eine Vielfalt von Sprachförderprogrammen gut ist, die situationsangemessen eingesetzt werden.

Welche Erkenntnisse haben Sie am meisten überrascht?
Mich hat überrascht, dass ein hoher Ganztagsanteil kein Plus ist. Es ist also nicht so, dass Kitas mit mehr Ganztagsplätzen besser abschneiden. Verwunderlich für die meisten ist sicherlich der Fakt, dass der soziale Hintergrund eines Kindes einen größeren Einfluss auf seinen Sprachstand hat als ein Migrationshintergrund. Das hängt damit zusammen, dass eine geringere Bildung der Eltern ein größeres Hindernis ist, als die Tatsache, dass eine zweite Sprache erlernt wird. Viele Erzieher gaben an, dass Eltern mit Migrationshintergrund wesentlich sensibler sind, was Sprachförderung anbelangt, als deutschsprachige Eltern mit geringem Bildungshintergrund. Es sei leichter, hier Eltern mit Migrationshintergrund zu erreichen.

Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung von Sprachkompetenzen bei Kindern ein?
Es wird immer Kinder geben, bei denen Sprachdefizite festzustellen sind. Wichtig ist, auch die Eltern früh einzubinden und sie zu sensibilisieren. Es macht Sinn, schon bei Vierjährigen den Sprachstand zu prüfen und gezielt zu fördern.

Weiterführende Informationen

Sprachförderung im Elementarbereich
In der Studie „Sprachförderung im Elementarbereich“ wurden in Essen Daten zur Sprachstandsentwicklung von Kindern ausgewertet und eine Befragung von Kindertageseinrichtungen durchgeführt.
[essen.de | 13.09.2013 | 12:37]

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