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785 Wörtern sollen Hamburgs Grundschüler zukünftig bis zum Ende der vierten Klasse sicher beherrschen.

Die richtigen Worte finden

Hamburger Schüler lernen mit neuem Basiswortschatz

Bayern hat ihn schon längst, Berlin und Brandenburg ebenfalls – jetzt wurde er auch in Hamburg eingeführt: Seit Beginn des neuen Schuljahres gibt es einen verbindlichen Kernwortschatz für Grundschüler. Ziel ist es, die Rechtschreibung der Kinder zu verbessern.

Moor, Mühle, Möwe – das sind drei von insgesamt 785 Wörtern und Wortgruppen, die Hamburgs Grundschüler zukünftig bis zum Ende der vierten Klasse sicher beherrschen sollen. Der neue Basiswortschatz, den die Hamburger Schulbehörde zusammen mit Lehrkräften erarbeitet hat, wird seit Beginn dieses Schuljahres schrittweise eingeführt. In den Vokabelkatalog wurden häufig genutzte Begriffe aufgenommen wie zum Beispiel Artikel, Präpositionen und Hilfsverben sowie Wörter, die besonders gut geeignet sind, Rechtschreibregeln zu lernen.
Gefühl für Rechtschreibung entwickeln
Laut Hamburgs Schulsenator Ties Rabe sollen die Schüler das Schreiben neuer, unbekannter Wörter mit gleichem Rechtschreibmuster durch geeignete Lernstrategien beherrschen lernen. Dabei gehe es nicht nur darum, die Wörter richtig zu schreiben, sondern auch darum, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie die Rechtsschreibung funktioniert. „Der Basiswortschatz ist die künftige Grundlage für den Rechtschreibunterricht an allen 203 Grundschulen. Er hilft den Lehrkräften, den Rechtschreibunterricht auf wichtige und häufig gebrauchte Wörter zu konzentrieren. Er zeigt den weiterführenden Schulen verlässlich an, worauf die Grundschule hingearbeitet hat und worauf in der Sekundarstufe aufgebaut werden kann“, erklärte Senator Rabe.

Hamburger Basiswortschatz orientiert sich am bayerischen Wortkatalog
Die Auswahl der Wörter wurde in Anlehnung an die bayerische Grundwortschatzliste übernommen. Der Hamburger Basiswortschatz enthält dabei rund 100 Wörter mehr als die bayerische Liste, darunter schreibwichtige und für Kinder bedeutsame Wörter wie zum Beispiel Fahrrad oder Fußball, Begriffe aus der Märchenwelt wie König/Königin, Burg, Held/Heldin, Schloss, aber auch Wörter aus der Alltagswelt wie Fußgänger, Butter, Heft, Nachmittag, langsam oder täglich. Neu aufgenommen wurden für Hamburg regionaltypische Bezeichnungen wie zum Beispiel Düne, Ebbe, Flut, Hafen, Heide, Moor, Mühle, Möwe, Schiff, Segel und Sonnabend. Nicht aufgeführt wurden eher für Bayern landschaftstypische Wörter wie Hecke, Fichte, Tanne oder selten gebräuchliche Wörter wie Diskette oder Fröhlichkeit.

Grundwortschatz hat sich in Bayern bewährt
In Bayern hat sich die Arbeit mit dem Grundwortschatz bereits erfolgreich bewährt. „Die Erfahrungen mit dem Grundwortschatz sind durchweg positiv. Unsere Schülerinnen und Schüler schneiden in einschlägigen Studien regelmäßig sehr gut ab“, erläutert Jan Liedtke, Sprecher des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung. „Auch die Lehrkräfte schätzen den zur Verfügung gestellten Grundwortschatz, den gerade junge Lehrerinnen und Lehrer erst entwickeln müssten“, führt Liedtke weiter aus.

Rechtschreibleistung wird einmal jährlich überprüft
Ob die Hamburger Schulkinder mithilfe des Basiswortschatzes ihre Rechtschreibleistung erfolgreich verbessern können, wird in einigen Monaten die erste „Hamburger Schreibprobe“ zeigen. „In den Klassen 1 bis 7 wird in Zukunft einmal im Jahr ein Rechtschreibtest durchgeführt“, so Ties Rabe. Die Ergebnisse sollen den Schulen und Lehrkräften Rückmeldungen über den Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler sowie Hinweise über Unterrichtserfolge und Handlungsbedarfe geben. Zur Umsetzung der neuen Maßnahmen sollen in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut breit angelegte Fortbildungen für Lehrkräfte durchgeführt und weiterentwickelt werden.

Mit den Schlaumäusen den Wortschatz entdecken
Je größer und vielfältiger das Wortvermögen eines Kindes ist, desto leichter fällt es ihm, sich auszudrücken, flüssiger lesen und sicherer schreiben zu können. Das Schlaumäuse-Sprachlernprogramm fördert das Sprachvokabular von Vorschulkindern mit zahlreichen Spielen. Mithilfe der Übung „Wortschatz“ lernen die Kinder Fachbegriffe aus verschiedenen Wissensgebieten kennen. Von der Ampel bis zum Zebra: Die Kinder sollen in diesem Spiel herausfinden, wie die Dinge, die ihnen auf einem Bild gezeigt oder mit einer Frage umschrieben werden, richtig heißen. Auch der „Redefluss“ trägt zur Erweiterung des kindlichen Wortschatzes bei. In diesem Spiel steht der mündliche Gebrauch der Alltagssprache im Vordergrund. Nach dem interaktiven Prinzip „hören und handeln“ haben die Kinder die Aufgabe, den gesprochenen Anweisungen zu folgen und mit viel Spaß im Mäusebau für Ordnung zu sorgen. 615 Wörter können die kleinen Sprachforscher bisher an den einzelnen Schlaumäuse-Stationen üben. Mit jedem neuen Schlaumäuse-Spiel kommen weitere Begriffe hinzu, die den Sprachschatz der kleinen Wort-Entdecker bereichern.

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