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Gemeinsam lernt es sich leichter

Mittwoch, 18 Januar, 2017
Stefanie Hoffmann
Aus der Praxis
In der Berliner Schinkel-Grundschule gehören Lette und Lingo längst zum „Lehrerkollegium“. Auch die Willkommensklassen lernen mit den Schlaumäusen.

Der Name hat Symbolcharakter: In den Willkommensklassen der Schinkel-Grundschule sollen sich die Flüchtlingskinder sicher und geborgen fühlen. In der Regel dauert es ein Jahr, bis die neuen Schülerinnen und Schüler den Sprung in die Regelklassen schaffen. Die Schlaumäuse vermitteln den Kindern erste Deutschkenntnisse.
Ob während des Unterrichts oder am Nachmittag in der Betreuung: An der Schinkel-Grundschule in Berlin haben die Kinder viele Möglichkeiten, mit den Schlaumäusen zu spielen. Gleich auf mehreren Tablet-PC`s dürfen die Schülerinnen und Schüler die Welt der Wörter entdecken. Nicht nur die deutschstämmigen Kinder profitieren von der Sprachsoftware, auch in den Willkommensklassen hat sich das Sprachspiel bereits bewährt.

„Ich freue mich, dass Microsoft sich im Bereich des digital gestützten Lernens engagiert und die Schülerinnen und Schüler der Willkommensklasse in der Schinkel-Grundschule zukünftig sehr spielerisch mit Hilfe der Schlaumäuse ihre Sprachkompetenz erweitern können.“, sagt Anja Tempelhoff, Leiterin Medienbildung in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Berlin.

Gleich auf mehreren Tablet-PC`s dürfen die Schülerinnen und Schüler die Welt der Wörter entdecken. „Die Kinder spielen meist zu zweit oder zu dritt mit den Schlaumäusen“, erklärt Beate Lutze, Leiterin der Ganztagesbetreuung des Pestalozzi-Fröbel-Haus.

Tablet bietet größeren Anreiz
„Das Tolle dabei ist, dass sie nicht alleine vor dem Computer sitzen, sondern sich gegenseitig unterstützen und einander helfen. Das stärkt ihre sozialen Kompetenzen“, so die Erzieherin. Ein weiterer Pluspunkt: „Wenn sich die Kinder ein Buch anschauen, dann rauschen die Wörter oft einfach an ihnen vorbei, ohne dass sie den eigentlichen Sinn verstanden haben“, sagt Beate Lutze. Mit den Schlaumäusen sei das anders. „Die Kinder müssen am Computer selbst aktiv werden, um die Übungen zu meistern. Das spornt sie an.“

Viele Kinder ohne Schulerfahrung
Die 42 Willkommensschüler nehmen das Programm dankbar an. Einige von ihnen müssen in Deutschland erst alphabetisiert werden, denn sie haben in ihren Heimatländern bisher weder einen Kindergarten noch eine Schule besucht. Um dem Schulverlauf richtig folgen zu können und z.B. Textaufgaben in Mathematik zu verstehen, vergeht mindestens ein Jahr. Bis es soweit ist, üben die Kinder immer wieder mit den Schlaumäusen. „Der große Vorteil des Programmes ist, dass sich die Kinder die Worte laut vorsprechen lassen können und während des Spiels kontinuierlich ermutigt werden“, erläutert Beate Lutze, die das Schlaumäuse-Bildungsprojekt bereits aus den Anfangszeiten kennt. Sogar ohne die Tablets sind Lette und Lingo im Spracheinsatz. „Nachmittags schnappen sich die Kinder dann die Lette- und Lingo-Handpuppen und entwickeln eigene Dialoge“, freut sich die Erzieherin aus Berlin.

Auf dem Smartphone weiter üben
Die mehrsprachige Weiterentwicklung der Schlaumäuse hält sie für einen großen Mehrwert. „Viele Willkommensschüler stammen aus dem arabischen Sprachraum. Die Spielanleitungen auf Arabisch erklärt zu bekommen, wird ihnen mit Sicherheit den Zugang zu den Sprachspielen erleichtern.“ In den kommenden Wochen will die Erzieherin deshalb verstärkt die Eltern darüber informieren, dass ihre Kinder mithilfe der Schlaumäuse-App jetzt auch zuhause auf dem Smartphone ihre Deutschkenntnisse vertiefen können. Der Wunsch von Beate Lutze: „Im besten Fall spielen die Eltern mit den Kindern. So wird das Erlernen der neuen Sprache zu einem Familienerlebnis, das sie gemeinsam weiterbringt.“