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Nomen est omen!

Donnerstag, 8 März, 2018
Stefanie Hoffmann
Interview
Sie gehört nicht nur zu den Schlaumäuse-Kitas der ersten Stunde – Der Kindergarten Heuchelhöfer Schlaumäuse der Stadt Würzburg wurde sogar nach der Initiative benannt! Erzieherin Petra Fuchs bringt dort 50 aufgeweckten Mäusen das Sprachprogramm näher.

Eine Kita, die nach den Schlaumäusen benannt wurde? Wenn das kein gutes Omen ist! Der Kindergarten Heuchelhöfer Schlaumäuse der Stadt Würzburg, der bereits seit 1972 besteht, hatte viele Jahre lang keinen richtigen Namen. Mit der Anmeldung zum Schlaumäuse-Programm änderte sich dies prompt. „Wir waren jahrelang einfach nur als Städtischer Kindergarten bekannt. Das war wenig einladend“, erinnert sich Erzieherin Petra Fuchs. Doch dann lernten die Würzburger Kita-Kräfte das Schlaumäuse-Programm kennen! „Gleich zu Beginn der Schlaumäuse-Initiative hat sich unser Kindergarten um eine Teilnahme beworben. Die Kinder, Eltern und Erzieherinnen waren so begeistert von dem Sprachprogramm, dass es sogar zum Namenspate für unsere Einrichtung wurde“, erklärt die 58-Jährige weiter.
Viele Kinder aus Russland und Syrien
Auch wenn die feierliche Schlaumäuse-Namenseinweihung bereits über 14 Jahre her ist, der Spaß und die Freude am Umgang mit dem Sprachlernprogramm sind ungebrochen. 50 Kinder besuchen den Kindergarten Heuchelhöfer Schlaumäuse. Rund 97 Prozent von ihnen haben einen Migrationshintergrund. „Der Großteil von ihnen stammt aus Russland. Aber wir haben auch viele Flüchtlingskinder zum Beispiel aus Syrien“, sagt Erzieherin Petra Fuchs.

Kinder lernen genau zuzuhören
Oft sprechen die Mädchen und Jungen kein Wort Deutsch, wenn sie in den Kindergarten kommen. Da die Kinder sofort in das Alltagsgeschehen integriert werden, funktioniert die Verständigung in der Regel sehr schnell. Sobald erste Deutschkenntnisse vorhanden sind und sie das geeignete Alter haben dürfen die Kinder an den Computern mit den Schlaumäusen spielen. Petra Fuchs ist davon überzeugt, dass die Kindergartenkinder eine Menge dabei lernen können – und das betrifft nicht nur die Erweiterung ihrer Sprachkenntnisse. Auch die Konzentration und das soziale Miteinander werden gestärkt. „Um die Spielanleitungen umsetzen zu können, müssen die Kinder genau zuhören und abwarten, bis der Erzähler ausgesprochen hat. Vorher können sie nicht agieren. Dieses Verhalten, dass sie im Rahmen der Schlaumäuse-Spiele lernen, macht sich im Alltag positiv in der Gruppe bemerkbar“, so die Erzieherin.

Große Hilfestellung für Kinder
Vielen Kindern fällt es ebenfalls schwer zuzugeben, dass man etwas nicht richtig verstanden hat. „In der Welt der Schlaumäuse können sich die Kinder die Fragen und Lösungen immer wieder vorsprechen lassen. Das ist eine große Hilfestellung für sie“, findet Petra Fuchs. Die dreifache Mutter nimmt sich viel Zeit, um den Kindern die Welt der Schlaumäuse zu erklären. „Ich setze mich dann einfach solange dazu, bis sie die Spiele verstanden haben.“ Das Engagement lohnt sich: Selbst Kinder, die vorher noch nie einen Computer bedient haben werden innerhalb kurzer Zeit zu echten Schlaumäuse-Profis. Die Würzburger Kita macht ihrem Namen eben alle Ehre!