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Grundschüler in Sprachnot

Sonntag, 29 April, 2018
Stefanie Hoffmann
Meldung
Berlins Drittklässler können nicht richtig schreiben und lesen. Das geht aus aktuellen Vergleichsarbeiten (VERA 3) hervor.

Wie gut können Drittklässler lesen und schreiben? Bundesweit werden mit den Vergleichsarbeiten (VERA 3) die Kernkompetenzen im Fach Deutsch in der 3. Jahrgangsstufe getestet. In Berlin fällt das Ergebnis miserabel aus: Den meisten der 24.042 Grundschüler fällt das Schreiben und Lesen schwer.
Eigentlich sollten die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten (VERA 3) der Berliner Drittklässler nicht veröffentlicht werden. Doch der Neuköllner Abgeordnete Joschka Langenbrinck wollte es genauer wissen und forderte vom Abgeordnetenhaus Transparenz. Mit Erfolg! Das Testresultat zeigt auf: Die Drittklässler in Berlin stecken in großer Sprachnot!

Regelstandard wird nicht erreicht
Rund die Hälfte aller Berliner Drittklässler kann nicht richtig schreiben. Das ist das Ergebnis der Vergleichstests der Drittklässler (VERA 3). 48 Prozent der 24.042 getesteten Grundschüler erreichen demnach nicht den von der Kultusministerkonferenz festgelegten Regelstandard im Bereich der Rechtschreibung. Die Hälfte der Mädchen und Jungen erfüllt noch nicht einmal die Mindestanforderungen!
Selbst die Kinder mit deutscher Herkunftssprache schneiden nicht besser im VERA 3-Test ab: Von ihnen liegen 41 Prozent auf der schlechtesten Kompetenzstufe. Gerade einmal fünf Prozent der deutschen Kinder schaffen den „Optimalstandard“.

30 Prozent schwächeln beim Lesen
Auch im Bereich Lesen werden keine deutlich besseren Ergebnisse erzielt. So bleiben 30 Prozent der Berliner Drittklässler unter dem Mindeststandard. Lediglich 18 Prozent der Schülerinnen und Schüler gelingt es, die beste Lesestufe zu erreichen.

Flüchtlingskinder in Regelklassen
Warum die Vergleichsarbeiten so schlecht ausgefallen sind, steht nicht abschließend fest. Ein Grund könnte darin bestehen, dass eine große Anzahl von Flüchtlingskindern inzwischen aus den Willkommensklassen entlassen wurde und jetzt in den Regelklassen unterrichtet wird. Joschka Langenbrinck gibt sich mit dem schlechten Ergebnis nicht zufrieden. „Ich will mich nicht damit abfinden, dass viele Schüler noch große Schwierigkeiten beim Schreiben, Rechnen und Lesen haben“, teilte Langenbrinck auf Twitter mit. Die Schüler bräuchten noch mehr Förderung.